Tiername: Brian
Rasse: Sennenhund-Mix
Geschlecht: männlich/kastriert
Alter: ca. geb. 2012
Größe/Gewicht: 60cm/30kg
im Tierheim seit: Oktober 2017

Hallo, ich bin Brian, ein etwa 2012 geborener Mischlingsrüde. Meine optische Ähnlichkeit mit einem Sennenhund lässt sich nicht verleugnen, ob in mir aber tatsächlich auch einer steckt, das lässt sich nicht mehr zurückverfolgen.
Stattdessen bin ich eines der vielen traurigen Beispiele, was passiert, wenn ihr Menschen Schabernack mit uns Hunden treibt.

Mit meinen früheren Besitzern bin ich herumgezogen, da wir keinen festen Wohnsitz hatten. Der Situation geschuldet lernte ich, auf meine Familie und alles, was dazugehörte, aufzupassen und sie im Ernstfall zu verteidigen.
Früher wurden Hunde für eben diese Eigenschaft geschätzt, heutzutage ist dieses Verhalten meist unerwünscht und wirft Probleme im Alltag auf.
Ich tat einfach das, was mir beigebracht wurde, und treu wie ich bin, nahm ich meine Aufgabe leider ein bisschen zu ernst.
Nach mehreren Beißvorfällen gegenüber Fremden wurde ich als Gefahrenhund eingestuft, beschlagnahmt und im Oktober 2017 ins Tierheim Lübbersdorf gebracht.
Zum Glück habe ich nun am 16.04.2019 endlich meinen Wesenstest machen dürfen und ihn auch gleich bestanden, juhu!!! Das heißt, dass ich bald wieder ein ganz normaler Hund sein kann. Aber dazu später mehr.
Erst einmal erzähle ich, wie es damals mit mir weiter ging …

Tja, so schnell kann’s gehen. Ich? Gefahrenhund? Fortan durfte ich nur noch mit Maulkorb und Leine raus, gut, an diesen Maulkorb kann man sich ja vielleicht gewöhnen, aber ich und eine Leine … Phh …
Ich höre super ohne und war vermutlich früher auch überwiegend ohne Leine unterwegs.
Momentan darf ich aber leider wegen meiner Einstufung nur auf sicher eingezäuntem Privatgelände oder in als solchen gekennzeichneten Hundeausläufen freilaufen.

Überhaupt bin ich ein absoluter Goldschatz, aufgeschlossen und sehr gelassen, trotzdem aufmerksam und neugierig. Ich liebe meine Menschen abgöttisch und bin auch bei fremden Leuten aufgeschlossen, wenn man mich richtig führt. Nur Kinder scheine ich leider im direkten Kontakt nicht sehr zu mögen, auch wenn ich grundsätzlich kein Problem mit ihnen habe. Schwierig zu erklären, aber das ist sicher keine Sache, an der man in Zukunft leichtfertig ‚rumdoktert‘, wenn ich mich bereits in einigen Situationen deutlich abwehrend gegenüber Kindern gezeigt habe.

Ich fahre problemlos im Auto mit und kann mehrere Stunden alleine bleiben, auch wenn ich am liebsten immer mit dabei bin. Zuhause genieße ich meine Ruhe und könnte den ganzen Tag schlafen. Ich würde mich bestimmt super als Bürohund eignen. Meine heimliche Leidenschaft ist es allerdings, mit im Bett oder auf dem Sofa zu schlafen …
Natürlich nicht zu meinen Bedingungen, sondern zu denen meiner Menschen. Ich lasse mich problemlos überall runter und auf meinen Platz (der sich sehr gern an der Heizung befinden darf) schicken, davon sollte hin und wieder auch Gebrauch gemacht werden, damit ich am Ende nicht denke, ich könnte alles selbst entscheiden.

Im Freilauf verstehe ich mich mit allen Hunden, meine Spielweise ist zugegeben etwas ruppig, besonders für hübsche Damen strenge ich mich aber auch gern an, meine sanfte Seite zu zeigen.
Bei fremden Rüden imponiere ich, je nach Gegenüber, was das Zeug hält, das ist aber nur heiße Luft und wenn mir jemand Bescheid gibt, dass ich es etwas ruhiger angehen lassen soll, sei es Mensch oder Hund, nehme ich das sehr gerne an. Kleine Hunde renne ich beim Spielen nicht selten über den Haufen, ich meine das nicht böse, an ein bisschen mehr Feingefühl sollte man mit mir aber dennoch stetig arbeiten.
Sobald es irgendwie Ärger gibt, bin ich raus! Ich suche absolut keinen Streit und gehe sofort aus dem Weg, wenn mir ein Artgenosse nicht freundlich gesinnt ist. Vor sehr großen Hunden habe ich manchmal sogar richtig Angst und ich brauche etwas Zeit, um zu merken, dass ich nicht von ihnen gefressen werde.
Angst habe ich übrigens auch vor Gewitter und Schussgeräuschen, da muss man mich gut festhalten und mir das Gefühl von Sicherheit vermitteln.

An der Leine bedarf es eines gewissen Know-Hows meines Menschen, damit ich mich so verträglich zeige, wie ich eigentlich bin. Das heißt im Klartext, ich kann auch an der Leine durchweg freundlich zu Artgenossen sein und Hundebegegnungen meistern, nehme ich das andere Ende der Leine aber nicht ernst genug, presche ich mit voller Kraft voraus und zeige den anderen Hunden lieber früher als zu spät, mit wem sie es zu tun haben. Das ist natürlich alles nur Show, denn in Wirklichkeit ist dieses Verhalten meiner Unsicherheit geschuldet und tritt, wie schon gesagt, bei guter Führung durch meine Bezugsperson gar nicht auf.
Dass 30kg Kampfgewicht trotzdem gehalten werden wollen, wenn sie mal nach vorne gehen, sollte selbstverständlich sein.

Achja, übrigens nennen mich manche ‚Balljunkie‘ und wollen nicht mit mir spielen, dabei kann ich so toll apportieren, wirklich …
Da ich Jagdtrieb gegenüber Kleintieren und Wild zeige und Katzen ganz oben auf meinem Speiseplan stehen, wenn man mir nicht klar zu verstehen gibt, dass ich gerade Sendepause habe, sind Jagdimitatiosspiele aber wirklich keine gute Idee für mich. Zudem habe ich rechts vorne einen alten Bruch am Fuß zu vermerken, der sich bei Überbelastung durch Humpeln bemerkbar macht. Treppen sollte ich in meinem neuen Zuhause deshalb nicht laufen müssen. Glücklickerweise gibt es ja noch viele andere Beschäftigungsmöglichkeiten für Hunde, bei denen es nicht so heiß hergeht. Ich bin übrigens ein sehr gelehriges Kerlchen!

Trotz meiner unglaublich liebenswerten Art und all meinen positiven Eigenschaften darf man nie vergessen, dass ich unter falscher oder unachtsamer Führung meiner Menschen durchaus gefährlich sein kann. Wenn man mir nicht das Gefühl vermittelt, alles im Griff zu haben, dann passe ich eben auf, notfalls auch mit sehr unangenehmen Folgen.
Das heißt, ich würde im Ernstfall richtig zubeißen, was in der Vergangenheit ja leider der Fall gewesen ist. Wenn ich mich an meiner Bezugsperson orientieren kann und mich sicher fühle, gebe ich meinen Aufpasserjob aber nur zu gerne ab. Meinem Potenzial muss man sich trotzdem zu 100% bewusst bleiben, das heißt, im Kontakt mit Fremden weiterhin vorrausschauend zu handeln und in plötzlichen Begegnungssituationen schnell reagieren zu können, um mir den Wind aus den Segeln zu nehmen und die ganze Sache zu entschärfen.

Auch neige ich dazu, meine Bezugsperson zu kontrollieren und sicherheitshalber abzuschirmen. Da ich dies so unauffällig und charmant beherrsche, bedarf es einiges an Aufmerksamkeit und Hundeerfahrung, um mich zu entlarven und diesem Verhalten entgegenzuwirken. Auch halte ich noch nicht so gut bekannte Menschen und Hunde von meinen Sachen, zum Beispiel meinem Körbchen, durch Knurren oder in die Luft Schnappen fern.
Meine Bezugsperson allerdings darf dort überall ran und kann mir Futter wegnehmen. Auch mit dem Rüden, mit dem ich momentan auf meiner Pflegestelle zusammenlebe, teile ich, was das Zeug hält. Wir kuscheln zusammen im Kofferraum, trinken gleichzeitig aus einem Napf, kauen an ein und demselben Stock und kriegen uns dabei niemals in die Wolle.
Trotzdem sollte man im Kopf behalten, dass meine Individualdistanz beim Kennenlernen von neuen Menschen und Hunden anfangs gewahrt werden muss und ich meine Bezugsperson nur dann als solche akzeptiere, wenn sie klare Regeln im Miteinander aufstellt und sich mir gegenüber glaubhaft und konsequent verhält.

Man sieht, was für ein unfassbar unkomplizierter Begleiter im Alltag ich sein kann, hängt einzig und allein davon ab, wie souverän meine Menschen mit mir umgehen.
Auf meiner jetzigen Pflegestelle gibt es, außer vielleicht, dass ich keine Kinder mag, absolut gar nichts zu ‚meckern‘ und das Zusammenleben mit mir könnte harmonischer nicht sein.
Nichtsdestotrotz suche ich ein eigenes Zuhause (ohne Kinder!), in dem mir all die Aufmerksamkeit geschenkt wird, die ich verdiene und wo ich endlich richtig ankommen darf!
Ich hoffe so sehr, dass jemand meine Geschichte liest, und sich denkt, dass ich einfach wie die Faust aufs Auge in sein Leben passe.

Wie am Anfang erwähnt, bin ich momentan leider noch als gefährlicher Hund eingestuft, das heißt, ich habe Maulkorb- und Leinenzwang, meine Halter müssen mindestens 18 Jahre alt sein, brauchen einen Sachkundenachweis, ein eintragsloses Führungszeugnis und zudem die Genehmigung des Vermieters bzw der Gemeinde, einen Gefahrenhund halten zu dürfen.
Auch kommt eventuell eine erheblich höhere Hundesteuer für mich zustande.
Jetzt kommt das große Aber: Ich habe meinen Wesenstest am 16.04.2019 bestanden!
Das heißt, dass ich ab jetzt noch ein Jahr warten muss, bevor es noch eine tierärztliche Begutachtung gibt, und ich danach vermutlich wieder ein ganz normaler Hund sein darf! Weitere Details dazu dürfen natürlich gerne im Tierheim Lübbersdorf erfragt werden.

Es spricht also absolut nichts dagegen, mich jetzt schon kennenzulernen! Da meine Pflegemama im Tierheim Lübbersdorf arbeitet, bin ich auch oft dort und habe natürlich Zeit, sich bei Interesse mal näher zu beschnuppern.
Wer mich besuchen möchte, kann sich entweder unter der Nummer 04361 3884 mit dem Tierheim Lübbersdorf in Verbindung setzen oder einfach mal vorbeikommen und nach mir fragen.

Mir ist bewusst, dass meine Chance auf eine Vermittlung momentan noch mit viel Aufwand für meine neuen Besitzer verbunden ist …
An dieser Stelle kann ich zu meiner Verteidigung nur hinzufügen, dass ich so ziemlich der treueste, genügsamste, feinfühligste, glücklichmachendste vierbeinige Gefährte bin, den man sich überhaupt nur vorstellen kann und dass ich die Mühe, die man sich anfangs wegen meiner Auflagen machen müsste, mindestens tausendfach mit meiner unglaublich wunderbaren Art zurückzahlen werde. Versprochen!